Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Thaur

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Thaur

 

Über die Gründung, das Wachsen und Werden der Freiwilligen Feuerwehr Thaur sind Dokumente und umfangreiche Aufzeichnungen vorhanden. Die Schriftführer aller Jahrzehnte haben sich bemüht, den Verlauf der Ausschusssitzungen und Generalversammlungen, Übungen und Ausrückungen bei Bränden oder sonstigen Einsätzen sowie die Teilnahme an Wettbewerben und anderen Aktivitäten ausführlich niederzuschreiben.

Die Feuerwehr Thaur war - wie alle Feuerwehren Tirols - bis zum Anschluss an das Deutsche Reich ein Verein, welcher sich durch die Einnahmen aus Waldfesten, Theateraufführungen, Christbaumfeiern, Bällen, durch Zuschüsse der Gemeinde, des Landes und des Feuerwehrverbandes Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände selbst beschaffen musste. So wurde zum Beispiel für den Kauf einer Motorspritze, ein Motorspritzenfonds und zur Beschaffung einer Fahne, ein Fahnenfonds angelegt.

Während des zweiten Weltkrieges waren die Feuerwehren - und so auch die Feuerwehr Thaur - ein Teil der Ordnungspolizei des Deutschen Reiches. Nach dem Krieg, infolge der anwachsenden Aufgaben, welche die Feuerwehren zu übernehmen hatten, wurden sie Körperschaften des öffentlichen Rechtes.

Der technische Fortschritt der Nachkriegsjahre, die Verkehrszuwächse, die durch den Transitverkehr verursachten Einsätze zur Vermeidung oder Beseitigung von Umweltschäden bei Unfällen und anderen Katastrophen machten es notwendig die Feuerwehrmänner mit modernen Geräten auszustatten, sie in ihrer Handhabung zu schulen und ihre Einsatzbereitschaft zu stärken. Die Feuerwehr Thaur hat diese, auch auf sie zukommenden Aufgaben bestens bewältigt. Gut ausgerüstet und geschult, ist sie heute eine unverzichtbare Gemeinschaft zum Wohle der Mitmenschen und zum Schutze des Dorfes. Die weit über 100 Jahre unserer Wehr selbst nur skizzenhaft darzustellen, würde den Rahmen dieser Vorstellung sprengen. Mit Auszügen aus Protokollen wollen wir versuchen, einen kleinen Überblick zu vermitteln und uns an jene Männer erinnern, die als Großväter und Väter der derzeit aktiven Mitglieder die Freiwillige Feuerwehr Thaur ins Leben gerufen haben.

 

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Thaur

 

1891: Mit Schreiben vom 19. November 1891 werden die Statuten und die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Thaur von der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck genehmigt. Am 24. November 1891 hat das Präsidium für Tirol und Vorarlberg der k. k. Statthalterei die Statuten sodann zur Enderledigung abgezeichnet. Die konstitiuierende  Versammlung war am 6. September 1891 im Gemeindeschulhaus. Es waren anwesend:  Die Gründungsmitglieder Giner Romed, Norz Andrä, Plank Josef, Pflanzner Johann, Öttl Alois, Norz Johann, Pflanzner Alois und Isser Josef, der Gemeindevorsteher Pirchner Josef, der 1. Gemeinderat Plank Romed sowie 22 Mitglieder der zukünftigen Feuerwehr. In dieser Versammlung wurde Giner Romed zum ersten Feuerwehrkommandanten gewählt.

 

1892: Das Gründungsfest, verbunden mit der Durchführung einer - wie es in den Aufzeichnungen heißt - allgemeinen Übung, wurde am 1. Mai gefeiert.

 

1908: In der Feuerwehrausschusssitzung am 10. Jänner berichtet der Kommandant, dass über Ansuchen der Ortsfeuerwehr der Verband der Unterstützungskasse der deutsch-tirolerischen Feuerwehren ein Darlehen  von 400 Kronen gewährt. Dieses Darlehen wurde zum Ankauf eines Doppel-Schlauchkapselkarrens benötigt.

 

1912: 25. August - Einweihung des neuen Spritzenhauses und der neuen Handfeuerwehrspritze

 

1927: 12. Juni - Einweihung des neuen 85.000 Liter fassenden Wasserreservoirs

 

1928: 19. August - Einweihung der Motorspritze "Gugg".

 

1939-1941: 15. Jänner - In der Generalversammlung teilt Revierinspektor Eller mit, dass die Feuerwehr als Verein aufgelöst ist und nunmehr als Teil der Ordnungspolizei gilt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Wehr mit altbewährten Funktionären und jungen Mitgliedern neu aufgebaut werden. Die steigenden Anforderungen an die Feuerwehrmänner verlangten in Theorie und Praxis Schulung und ständige Übung. die Einsätze mehrten sich. Waren es im Dorf in den ersten 50 Jahren 13, so waren es in den zweiten 50 Jahren 77 Einsätze. Sie wurden auch immer gefährlicher. Um das Feuer rasch bekämpfen zu können und bei technsichen Einsätzen erfolgreich zu sein, war der Ankauf neuer Geräte notwendig. Dies machte den Um- und Ausbau der Gerätehauses in den Jahren 1962 und 1976 notwendig. Ein dritter Umbau wäre nicht sinnvoll gewesen. Dort hat der Gemeinderat über das Ansuchen des Feuerwehrkommandos in der Sitzung vom 20. Juni 1990 einstimmig den Bau eines neuen Gerätehauses beschlossen.

 
Die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Thaur von 1891 bis heute:
 

Giner Romed (Joggler)

1891-1893

Hahlhammer Joachim

1893-1897

Norz Josef (Schott)

1897-1907

Pflanzner Anton (Ludl)

1907-1926

Lechner Franz (Haister)

1926-1941

Riedmüller Josef (Bartl)

1941-1945

Giner Franz (Purner)

1945-1953

Weissnicht Rudolf (Kastn)

1953-1973

Puelacher Romed (Kotter)

1973-1993

Schaur Romed (Heidegger)

1993-2013

Appler Martin

seit 2013

 
 
 
Mitgliederstand:
 

Derzeit versehen 85 Mann den aktiven Dienst bei der FF Thaur, wovon 31 Mann als Atemschutzträger, 33 Mann als Funker, 22 Mann als Maschinisten und 6 Mann als Sanitäter ausgebildet sind. 

 
 
Wie wird man aktiver Feuerwehrmann:
 

Zuerst hat sich die betreffende Person beim Kommandanten zu melden. Der Kommandant informiert den Ausschuss, der über die Neuaufnahmen entscheidet. Der Jungfeuerwehrmann wird einer Gruppe zugewiesen. Ein Jahr bleibt er Probefeuerwehrmann. Es wird jedem die Bedingung gestellt, dass er innerhalb von zwei Jahren die Landesfeuerwehrschule (Grundkurs) besuchen muss. Nach dem Probejahr erfolgt die feierliche Angelobung - in Anwesenheit der ganzen Feuerwehr -durch den Kommandanten in folgendem Wortlaut:

"Ich gelobe, meinen Vorgesetzten der Wehr Gehorsam zu leisten, ein treuer Kamerad zu sein, meine freiwillig übernommenen Pflichten pünktlich und gewissenhaft zu erfüllen und mich als Feuerwehrmann unter Einsatz meiner ganzen Kraft bereit zuhalten! "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr".

 

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